Garantieverzinsung bei Lebensversicherungen

Für viele Verbraucher stellt unter anderem auch die Lebensversicherung eine Möglichkeit der Kapitalanlage dar. Man kann hier nicht nur die Angehörigen finanziell absichern, sondern man hat zudem auch noch die Möglichkeit, sich zu Lebzeiten durch die regelmäßigen Beitragszahlungen ein Vermögen im Rahmen der Kapitallebensversicherung aufzubauen.

Wenn man diese in erster Linie als Kapitalanlage nutzen möchte, dann ist es besonders im Vergleich zu anderen Finanzprodukten natürlich interessant zu wissen, mit welcher Rendite man als Anleger und Versicherter bei der Kapitallebensversicherung rechnen kann. Zunächst einmal ist bezüglich der Rendite bei der Lebensversicherung festzuhalten, dass man diesbezüglich keine sehr konkreten Aussagen machen kann, wie es beispielsweise bei einem Banksparplan der Fall ist, wo man als Sparer einen garantierten Zinssatz oder einen Bonus in fester Höhe erhält. Der Ertrag bei der Lebensversicherung setzt sich nämlich aus zwei Komponenten zusammen, zumindest bei der klassischen Kapitallebensversicherung, denn bei der fondsgebundenen Kapitallebensversicherung gibt es nur eine Ertragsart, die Kurssteigerungen beim jeweiligen Fonds. Bei der klassischen Lebensversicherung hingegen gibt es aus Sicht des Anlegers zwei Arten von Erträgen. Das ist auf der einen Seite die Garantieverzinsung bei Lebensversicherungen und zum anderen die erzielten Überschussanteile, die von der Versicherungsgesellschaft ausgeschüttet werden. Die Höhe der Überschussbeteiligung hängt in erster Linie vom durch das Versicherungsunternehmen erzielten Gewinn ab und ist somit nur sehr vage kalkulierbar und in keiner Weise garantiert.

Allerdings nimmt die Überschussbeteiligung den weitaus größten Teil der durchschnittlichen Rendite einer klassischen Kapitallebensversicherung ein. Die Garantieverzinsung bei Lebensversicherungen ist somit der geringere Teil der Gesamtrendite, allerdings muss dieser zugesagte Zinssatz von der Versicherungsgesellschaft auch gezahlt werden, von daher ist diese Garantieverzinsung bei Lebensversicherungen gleichbedeutend mit der Mindestrendite dieser Kapitalanlage an sich. Die Höhe der Garantieverzinsung liegt jedoch eher im unteren Bereich und beträgt aktuell (Ende 2009) lediglich zwischen 1,5 und 2,0 Prozent. Bei einem Vergleich zwischen den verschiedenen Versicherungsgesellschaften, welchen der Verbraucher im Bereich der Kapitallebensversicherung durchführen kann, liegt der Schwerpunkt daher auch auf dem Vergleich der Überschussanteile und weniger auf den Vergleich der Garantieverzinsung, da diese bei nahezu allen Versicherungsgesellschaften in etwa gleich hoch bzw. derzeit eher gleich niedrig ist. Von daher kann man bezüglich der Garantieverzinsung bei Lebensversicherungen zusammenfassend festhalten, dass diese zwar eine garantierte Mindestrendite darstellt, die von der Versicherung eingehalten werden muss, aber in der Praxis ist die Garantieverzinsung eher von geringer Bedeutung, da der Großteil der Rendite ohnehin von den Überschussanteilen der Versicherung bestimmt wird.